Hausbau mit oder ohne Keller?

Wer ein Haus bauen will, muss unterschiedliche Punkte bedenken. Sehr entscheidend ist die Frage, ob das Haus über einen Keller verfügen soll. Genau damit beschäftigt sich dieser Beitrag.

Welche Vorteile bietet ein Keller und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, um ihn zu bauen? Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Kosten, die Bauzeit oder das vorhandene Budget.

Den individuellen Bedarf klären

Zuerst gilt es, den persönlichen Bedarf an die Wohn- und Nutzfläche festzulegen:

  • Wie viele Wohn- oder Schlafräume werden in welcher Größe benötigt?
  • Wie viele Bäder sollen es sein? Wie groß ist der Bedarf an zusätzlichem Stauraum?
  • Werden ein Hauswirtschaftsraum oder andere zusätzliche Räume benötigt?

Ein wichtiger Aspekt, der für die Errichtung eines Kellerraums spricht, ist der Raumgewinn. Je nach Größe und Form kann dieser erheblich sein. Der zusätzliche Platz kann zum Beispiel genutzt werden, um diverse Nebenräume wie Haustechnikraum oder Abstellräume unterzubringen. Im Keller kann auch perfekt ein Hauswirtschaftsraum geplant werden, so können Geräte wie Waschmaschine, Wäschetrockner etc. aus dem Wohnbereich ferngehalten werden.

Noch weitergedacht, kann durch einen Keller sogar der Wohnbereich vergrößert werden. Z. B. Beispiel kann die Baufamilie diesen als Hobbyraum, Partyraum oder Sauna nutzen. Bei entsprechender Größe lässt sich sogar eine Einliegerwohnung oder ein Gästezimmer einrichten.

Topografie und Bodenbeschaffenheit des Grundstücks

Bei der Planung des Hauses spielt die Topografie des Baugrundstücks eine entscheidende Rolle. Befindet es sich in Hanglage, ist es oft Voraussetzung einen Keller zu errichten. Damit kann der Höhenunterschied auf der zu bebauenden Fläche ausgeglichen werden.

Vor der Entscheidung für oder gegen einen Keller ist die Erstellung eines Bodengutachtens zwingend notwendig. Hier wird mittels Sondierung die Bodenart ermittelt, die über die Tragfähigkeit des Bodens Aufschluss gibt. Außerdem liefert das Bodengutachten Informationen über die Wasserverhältnisse, die wiederum über die notwendigen Abdichtungsmaßnahmen bestimmen. Ein weiterer Punkt, der bei einem Bodengutachten untersucht wird, ist das Vorhandensein (giftiger) Altlasten. Diese müssen erst beseitigt werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann.

Kellerabdichtung und Rückstau

Früher dachte man beim Thema Keller schnell an Feuchtigkeit und Schimmel. Der Grund dafür: Die Keller konnten nicht oder nur unzureichend abgedichtet werden. In der heutigen Zeit werden die Kellerräume dicht und wärmeisoliert gebaut, um diese Probleme zu vermeiden.

Heute muss sich eine Baufamilie in Bezug auf die Abdichtung ihres Kellers entscheiden, ob eine weiße Wanne oder eine schwarze Wanne verwendet wird. Mittlerweile wird zumeist auf Erstere gesetzt. Die weiße Wanne besteht aus wasserundurchlässigem Beton. Sie ist auf dem aktuellen Stand der Technik, sicherer sowie auch beständiger. Somit braucht sie nicht so schnell erneuert werden wie eine schwarze Wanne.

Bei der schwarzen Wanne wird das Mauerwerk von außen mit einer bituminösen Schicht abgedichtet. Diese ist deutlich fehleranfälliger und sollte in der Regel nach 30 Jahren erneuert werden.

Dazu noch eine Anmerkung: Beim Hausbau mit Keller stößt man immer wieder auf den Begriff Rückstauebene. Diese höchstmögliche Ebene des Abwassers ist in der Regel die Straßenoberkante. Je nach Höhenlage des Hauses zur Straße/Abwasserleitung muss dabei eine Rückstauklappe installiert werden. Somit kann (z. B. bei Starkregenereignissen) kein Wasser unkontrolliert durch die Rohre in das Haus gelangen.

Kosten-Nutzen-Abwägung

Auch wenn die Entscheidung für den Bau eines Kellerraums mit erheblichen Mehrkosten und einem deutlich höheren Zeitaufwand beim Bau verbunden ist, bringt er einen weiteren großen Vorteil mit sich: Er steigert den Wert des Gebäudes. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn das Haus irgendwann einmal verkauft werden soll.

Hausbau nun mit oder ohne Keller? Nicht zuletzt sollte eine gründliche Kosten-Nutzen-Abwägung durchgeführt werden. Möchte man Budget einsparen, kann man darüber nachdenken, die benötigten Räume alternativ im Erd- oder Obergeschoss zu integrieren. Wenn der Bedarf da ist, die Gegebenheiten des Grundstücks es ermöglichen, das passende Budget vorhanden ist und Barrierefreiheit nicht oberste Priorität hat, ist die Errichtung eines Kellergeschosses dagegen sehr zu empfehlen.

Ihr Team von Baukonzept Potsdam